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Der
heimliche Bestsellerautor Andreas Mäckler
Der Dichter sitzt in seinem Kämmerlein und ringt um die Worte, die er dann
einer mehr oder weniger großen Öffentlichkeit präsentieren möchte.
Handelt es sich bei den Ergebnissen des einsamen Strebens um Gedichte, dann findet
er meistens nur im Bekanntenkreis Leser, die (Kicher) seine Werke zu würdigen
wissen. Sind es (Kriminal-) Romane, so hat er schon eher die Chance, vor den
Augen eines strengen Lektors Gnade zu finden und eines Tages sein Werk gedruckt
in den Buchhandlungen zu entdecken. Handelt es sich um Sachbücher, dann
sind die Chancen je nach Qualifikation des Autors erheblich größer.
Andreas Mäckler schreibt in allen drei Ligen, wobei die Gedichte fast ausschließlich
in jugendlichem Sturm und Drang erschienen. Richtig erfolgreich ist Andreas Mäckler
mit so profan klingenden Titeln wie "Was ist Kunst? 1080 Zitate geben 1080 Antworten" (DuMont
Buchverlag, Köln, 4. überarbeitete Auflage 2000). Solche Zwittergestalten
aus Sachbuch und Unterhaltung sind begehrt und bekannt, ihren Autoren bringen
sie allerdings nur Geld und keinen Ruhm. Und um den geht es den Schriftstellern
doch eigentlich vor allem. Mäckler scheint das egal zu sein.
Er studierte in Marburg Kunstgeschichte, nachdem er ebenfalls in Marburg seinen
Zivildienst absolviert hatte. Seine ersten Veröffentlichungen erschienen
im Selbstverlag in Marburg und waren gezeichnete Kalender, deren heiter idyllische
Motive mit kleinen Gedichten angereichert wurden. ("Wenn Amor kommt zur Maienzeit,
ist's mit der Liebe nicht mehr weit".) Nach der Promotion entwickelte sich der
Zeichner und Dichter zum Multimedia- Mann. Er schrieb neben seinen Ratgebern
kunstwissenschaftliche Bücher über anthroposophische Malerei, über
Bettina von Arnim und über den Maler Gottfried Helnwein, dessen Bilder in
den achtziger Jahren in keiner WG fehlten. (Inzwischen ist Helnwein wegen seiner
Nähe zur Scientologie in Verruf geraten und ausgewandert.) Auch in Büchern
wie "Rasten auf Reisen" oder "Bayern, wie es keiner kennt" finden sich die lesenswerten
Tipps des Multitalents.
Andreas Mäckler lebt mittlerweile in München und arbeitet dort als
Drehbuchschreiber für Dokumentarfilme und freier Autor. Eines seiner liebsten
Kinder ist sein genialer Designerkrimi "Tödlich kreativ", der bei avedition,
eigentlich einem Fachverlag für Architektur, erschienen ist. Obwohl sich
die Liste der Verlage beeindruckend liest, Ullstein, C.H. Beck und der ADAC Verlag
sind darunter, teilt Andreas Mäckler nicht die in Autorenkreisen übliche
Verachtung für die, die keinen Verlag finden und deshalb ihre Werke selbst
verlegen. Im Gegenteil: Zwei seiner Fachbücher sind hervorragende Handbücher
für Selbstvermarkter. Damit der Ausflug ins Verlagsleben, den der hoffnungsvolle
Autor auf eigene Kosten unternimmt, nicht im Fiasko endet, gibt Andreas Mäckler
in seinem Buch "Selbstverlag" (Sequenz Medien Produktion, München) eine
leicht verständliche Übersicht, was man in diesem Metier so alles berücksichtigen
sollte, bevor man richtig Geld investiert. In "Books an Demand" (ebenfalls Sequenz)
zeigt er die verbesserten Möglichkeiten, die das Internet und die neuen
Produktionsmethoden den Autoren bieten.
Wer mehr über die vielfältigen Aktivitäten des ehemaligen Oberhessen
wissen will, sei auf seine Homepage verwiesen. Unter www.maeckler.com findet
man die Liste seiner Veröffentlichungen und viele andere Dinge über
Andreas Mäckler.
Klaus J. Frahm, in: Fritz – Das Magazin, Januar
2001, Seite 67
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